Enge Begegnung von Mars und Uranus am Morgenhimmel

Datum: 04.07.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Mars&Uranus

Diese Aufnahme zeigt die enge Konjunktion von Mars und Uranus am Morgen des 4. Juli 2026 tief über dem östlichen Horizont im Sternbild Taurus. Zum Beobachtungszeitpunkt standen die beiden Planeten nur 0,16° am Himmel voneinander entfernt. Der leuchtschwache Stern unterhalb von Uranus ist HIP19146 und der helle Stern unten im Bild ist 43 Tau. Diese Konjunktion bot eine ideale Gelegenheit, Uranus leicht mit einem Feldstecher am Himmel aufzuspüren, da der helle Mars als Bezugspunkt bei der Beobachtung genutzt werden konnte. Obwohl die beiden Planeten am Himmel sehr nahe beieinanderstanden, trennten sie in Wirklichkeit Millionen Kilometer voneinander. Zum Beobachtungszeitpunkt trennten Mars und Erde etwa 2,1 AE. Uranus dagegen war ca. 10-mal weiter von der Erde entfernt. Selbst das Schnellste, was es im Universum gibt, das Licht, benötigt zum Durchlaufen solcher Distanzen eine ganze Weile. Während der Beobachtung waren es etwa 17,5 Minuten bis zum Mars und fast 3 Stunden bis zum Uranus.

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Enger Vorbeiflug des Asteroiden 1997 NC1 an der Erde

Datum: 27.06.2026 / Dr. Markus Mugrauer

1997NC1

Der etwa 1 km große Asteroid 1997 NC1, beobachtet im R-Band am Morgen des 27. Juni 2026 zwischen 00:22 und 00:51 MESZ. Der Asteroid bewegte sich während der Beobachtung in südwestlicher Richtung. Zum Beobachtungszeitpunkt stand der Asteroid nur etwa 2,6 Mio. km von der Erde entfernt und kam damit der Erde näher als in den letzten 400 Jahren. Erst im Jahr 2133 wird sich 1997 NC1 wieder so sehr der Erde nähern. Ein Einschlag eines Asteroiden wie 1997 NC1 auf der Erde wäre verheerend. Es würde ein bis zu 20 km großer und bis zu 4 km tiefer Einschlagkrater entstehen, wobei eine Energie freigesetzt werden würde, die maximal dem 30-fachen der Explosionsenergie des heutigen weltweiten Atomwaffenpotentials entsprechen würde. Der Einschlag hätte einen jahrelangen Impaktwinter zur Folge, da der dabei erzeugte Staub die Erdatmosphäre fast vollständig verdunkeln würde.

Film: Dr. Markus Mugrauer

Planetenparade am Abendhimmel

Datum: 17.06.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Planetenparade

(1) Planetenparade am Abend des 5.6.2026 über dem westlichen Horizont. In der Aufnahme sind von links oben nach rechts unten die Planeten Jupiter, Venus und Merkur zu erkennen.

(2) Die enge Konjunktion (ca. 1,5°) zwischen den beiden hellsten Planeten am Himmel, Venus und Jupiter, aufgenommen am Abend des 9.6.2026 tief über dem westlichen Horizont. Neben den beiden Planeten sind in der Aufnahme auch noch die beiden hellsten Sterne des Sternbilds Gemini, Pollux und Castor, zu erkennen. Pollux ist der hellste Stern des Nachthimmels, bei dem bisher ein Exoplanet nachgewiesen werden konnte. Castor ist ein Mehrfachsternsystem, das aus sechs Sternen besteht.

(3) Die enge Konjunktion (ca. 1,7°) zwischen dem zunehmenden Mond und dem Merkur, aufgenommen am Abend des 16. Juni 2026 tief über dem westlichen Horizont.

(4) Die enge Konjunktion (ca. 0,7°) zwischen dem zunehmenden Mond und der Venus, aufgenommen am Abend des 17. Juni 2026 tief über dem westlichen Horizont. Östlich vom Mond ist in der Aufnahme noch der offene Sternhaufen Messier 44 (Praesepe) zu erkennen.

Fotos: Dr. Markus Mugrauer

Der Kugelsternhaufen Messier 13

Datum: 05.05.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Messier 13

Der hellste Kugelsternhaufen des nördlichen Sternhimmels, Messier 13, im Sternbild Herkules. Dieser Sternhaufen wurde 1714 von Edmond Halley entdeckt und schließlich 1764 von Charles Messier in seinen berühmten Katalog von Deep-Sky-Objekten aufgenommen. Messier 13 steht ca. 25000 LJ von der Erde entfernt, misst in etwa 150 LJ im Durchmesser und enthält weit mehr als 100000 Sterne. Kugelsternhaufen wie Messier 13 befinden sich im Halo der Milchstraße und umkreisen diese auf weiten, oft recht elliptischen Umlaufbahnen. Anders als offene Sternhaufen sind Kugelsternhaufen uralt, fast so alt wie die Milchstraße selbst, also mehr als 10 Milliarden Jahre. Das erklärt auch, warum sie nur massearme und zudem sehr metallarme Sterne (weniger als 10 % der Metallizität der Sonne) enthalten. Sie sind ein Relikt aus der Entstehungsphase der Galaxien. In der Kosmologie spielen Kugelhaufen als Standardkerzen eine wichtige Rolle, da man mit ihnen die Abstände von Galaxien bestimmen kann. Am 16. November 1974 wurde mit dem Arecibo-Teleskop in Puerto Rico, dem damals größten Radioteleskop der Welt, eine Radiobotschaft an mögliche Außerirdische in Richtung dieses Kugelsternhaufens gesendet.

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Die Strudelgalaxie Messier 51

Datum: 06.05.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Messier 51

Die Strudelgalaxie, im Sternbild Jagdhunde, aufgenommen im sichtbaren Spektralbereich. Diese Galaxie steht etwa 24 Mio. Lichtjahre von der Erde entfernt und ist damit eine der nächstgelegenen Galaxien mit einem aktiven supermassereichen Schwarzen Loch in ihrem Zentrum. Entdeckt wurde die Galaxie im 18. Jahrhundert von Charles Messier, der sie als 51. Objekt in seinen berühmten Katalog nebulöser Objekte aufnahm. An Messier 51 wurde auch erstmals die Spiralstruktur von Galaxien erkannt. Diese Entdeckung gelang 1845 William Parsons durch visuelle Beobachtungen am damals mit einem Durchmesser von 1,8 Metern größten Teleskop der Welt, dem Leviathan von Parsonstown. Messier 51 steht in Gezeitenwechselwirkung mit der irregulären Galaxie NGC 5195, die im Bild oben zu erkennen ist. Die Interaktion der beiden Sternenozeane verursacht eine extrem hohe Sternentstehungsrate, die auch die hohe Supernovarate in der Strudelgalaxie erklärt. Innerhalb von nur 17 Jahren konnten in der Galaxie drei Supernovae beobachtet werden (SN 1994I, SN 2005cs und SN 2011dh).

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Dynamischer Jupiter bis Juni 2026 am Abendhimmel

Datum: 01.05.2026 / Dr. Markus Mugrauer

juprot
jup90

Links: Der Gasriese Jupiter rotiert in nur 10 Stunden einmal um seine Achse. Die schnelle Rotation des Planeten führt auch zu einer starken Abplattung des Gasriesen. Der polare Durchmesser des Jupiters beträgt ca. 134000 km und ist damit deutlich kleiner als sein Äquatorialdurchmesser von etwa 143000 km. Die schnelle Rotation des Jupiters lässt sich leicht erkennen, wenn man den Planeten durch ein Teleskop betrachtet. Am östlichen Rand des Planeten tauchen ständig neue Details der Jupiteratmosphäre auf, während andere am westlichen Rand verschwinden. Die hier gezeigte Bildsequenz zeigt die vollständige Rotation des Gasriesen.

Rechts: Die Atmosphäre des Gasriesen Jupiter ist nicht statisch, sondern ändert sich ständig. Die hier gezeigte Bilderserie veranschaulicht die Veränderungen in der Jupiteratmosphäre in der Region um den Großen Roten Fleck (ZM2 = 90°) über einen Zeitraum von 10 Tagen.

ganymed

Obige Bildsequenz zeigt das Auftauchen des Mondes Ganymed hinter Jupiter sowie das Eintreten des Mondes in den Schatten des Gasriesen kurze Zeit später. Kurz bevor Ganymed vollständig im Schatten des Jupiters verschwindet, ist der teilweise verfinsterte Mond noch als sichelförmiges Objekt zu erkennen.

Fotos: Dr. Markus Mugrauer

Komet C/2025 R3 (PanSTARRS)

Datum: 20.04.2026 / Markus Dähne

Mitte April 2026 erreichte der Komet C/2025 R3 seinen Höhepunkt: morgens tief über dem Osthorizont war der Komet schon im Fernglas zu sehen, allerdings nur als kleiner Fleck; seine Helligkeit lag bei etwa +4.5mag. Der Schweif wurde erst auf lang belichteten Fotografien sichtbar.

Komet C/2025 R3 (PANSTARRS)

Objektiv: 200mm-Tele / Kamera: Canon EOS 6Da

Foto: Markus Dähne

Komet C/2025 R3 (PANSTARRS)

Detailansicht von Komet C/2025 R3. Die komplexe Morphologie des mehr als 10 Mio. km langen Plasmaschweifs des Kometen, die durch die Wechselwirkung mit dem Sonnenwind entsteht, ist in der Aufnahme deutlich zu erkennen. Der Schweif weist bis auf nur wenige Grad fast exakt von der Sonne weg. Die bläuliche Farbe des Schweifs stammt von der Emission des CO+ Ions. Die grünliche Farbe der Kometenkoma wird durch die Emission des C2-Moleküls erzeugt.

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Der Mond – Ziel der Artemis-2-Mission

Datum: 02.04.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Nach der erfolgreichen Artemis-2-Mission, bei der seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen zum Mond geflogen sind, wird in diesem Artikel der Begleiter der Erde im All genauer vorgestellt.

Mond

Der zunehmende zu etwa 78 % beleuchtet Mond.

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Der Eisriese Uranus und seine großen Monde

Datum: 15.03.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Uranus

Die großen Monde des Eisriesen Uranus, aufgenommen in 4 aufeinanderfolgenden Nächten Anfang März 2026. Der Vergleich der Bilder zeigt deutlich die Bahnbewegung der Monde. Der innerste Mond Ariel benötigt 2.5 Tage, Umbriel schon 4.1 Tage, Titania 8.7 Tage und der äußerste Mond Oberon schließlich 13.5 Tage für einen Umlauf um den Eisriesen. Aus der Vermessung der Größe der Umlaufbahn der Monde und der Bestimmung ihrer Umlaufzeit um Uranus kann die Masse des Planeten bestimmt werden. Diese Messung ergibt, dass der Eisriese ca. 14.5-mal so massereich ist wie unsere Erde. Uranus selbst erscheint in den Aufnahmen nur als kleines Scheibchen mit einem Winkeldurchmesser von nur ca. 3.6 Bogensekunden. Mit dem bekannten Abstand des Planeten zum Beobachtungszeitpunkt kann daraus noch der Durchmesser des Eisriesen bestimmt werden. Die Messung ergibt ca. 50500 km. Aus Masse und Durchmesser des Planeten folgt schließlich seine mittlere Dichte, die ca. 1.3 g/cm³ beträgt, was nur 23% der Dichte unseres Planeten entspricht. Aus Masse und Radius folgt auch die innere Struktur des Planeten, der deshalb auch als Eisriese bezeichnet wird.

Link zum Movie

Fotos: Dr. Markus Mugrauer

Interstellarer Komet 3I/ATLAS am Abendhimmel beobachtbar

Datum: 12.03.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Der zweite bisher entdeckte interstellare Komet 3I/ATLAS ist aktuell am Abendhimmel zu beobachten. Der Komet besitzt den höchst exzentrischen Orbit, der je bei einem Objekt im Sonnensystem beobachtet wurde. Auf seiner stark hyperbolischen Bahn (e=6.1) entfernt sich 3I/ATLAS aktuell von der Sonne, ist aber immer noch sehr aktiv, was seine Beobachtung selbst mit Amateurteleskopen am Himmel ermöglicht.

Interstellarer Komet 3I/ATLAS

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Das Verschwinden eines roten Überriesen im Andromedanebel

Datum: 21.02.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Der rote Überriese M31-2014-DS1 im Andromedanebel ist verschwunden, ohne dass sich eine Supernovaexplosion ereignet hat. Diese Entdeckung unterstützt die Theorie, dass ein erheblicher Anteil massereicher Sterne nicht in einer Kernkollaps-Supernova explodiert, sondern direkt zu einem Schwarzen Loch kollabiert. Dies könnte Teil der Lösung für das Rätsel der „fehlenden Supernovae“ sein. Es besteht darin, dass weniger Supernovae beobachtet werden, als theoretisch mit Modellen zur Sternentwicklung vorhergesagt werden.

M31-2014-DS1 in Messier 31

Der große Andromedanebel (Messier 31) mit seinen Spiralarmen, bläulich schimmernden Sternhaufen und seinen beiden Begleitgalaxien Messier 32 (unten) und Messier 110 (oben). Der links gezeigte Detailbildausschnitt unserer Nachbargalaxie zeigt mit einem gepunkteten Kreis die erwartete Position des roten Überriesen M31-2014-DS1, der ohne Supernovaexplosion einfach verschwunden ist.

Fotos: Dr. Markus Mugrauer

Seltener Binärkomet am Abendhimmel beobachtbar

Datum: 15.02.2026 / Dr. Markus Mugrauer

Der Komet 240P (NEAT) und sein Begleiter 240P-B sind aktuell am Abendhimmel zu beobachten. Zerbrechen Kometen, lösen sich die Fragmente typischerweise rasch auf. Dies ist bei 240P bisher nicht der Fall und so kann man (selbst mit Amateurteleskopen) einen Binärkometen am Himmel beobachten.

Komet 240P

Foto: Dr. Markus Mugrauer

Polarlichter vom 19.01.2026

Datum: 19.01.2026 / Markus Dähne

Starke Sonnenaktivität sorgte am Abend des 19. Januar für eindrucksvolle Polarlichter. Der Himmel schimmerte in nördlicher Richtung schwach rötlich, am überraschendsten aber waren sehr helle grünliche Bänder, die sekündlich ihre Form veränderten.

Polarlicht am 19. Januar 2026
Polarlicht am 19. Januar 2026
Polarlicht am 19. Januar 2026

Aufnahmeort: Unterhaching / Kamera: Canon EOS 6Da + Sigma 35mm f/1.4 Art

Fotos: M. Dähne

Polarlicht am 19. Januar 2026

Zeitliche Variabilität der intensiv grünlich leuchtenden Polarlichter hoch über dem Horizont innerhalb einer Zeitspanne von nur einer Minute, aufgenommen mit der Kamera eines Samsung-A54-Mobiltelefons.

Fotos: Dr. Markus Mugrauer